Die Waffen-SS in Hallein
- –Vorwort, Quellenlage und Dank
- DVerordnungsblatt der Waffen-SS
- 1Das Barackenlager
- 2Die 6. SS-Gebirgsdivision „Nord“
- 3Das SS-Gebirgsjäger Ausbildungs- und Ersatzbataillon 6
- 4Das KZ-Außenlager im Steinbruch an der Wiestalstraße
- 5Das Holzfällerkommando
- 6Kriegsgericht / Standgericht
- 7Kriegsende
- 8Nach dem Krieg: Wieder die Waffen-SS
- BAbbildungen
- AAnhang
Im herzlichen Einvernehmen mit der Bevölkerung …?
Die Waffen-SS in Hallein 1943 – 1946Eine Spurensuche in der Geschichte Halleins und seiner Umgebung, aus den Jahren 1943 – 1946
Gewidmetden sinnlosen Kriegsopfern der letzten Wochen des 2. Weltkrieges.
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1934 bis 1947
- Im Halleiner Gemeinderat wird erstmals über eine Garnison gesprochen.
- Halleiner Baufirmen beginnen mit dem Barackenlager am Ostermayerfeld.
- 650 Südtiroler Umsiedler beziehen das Lager.
- Das SS-FHA weist dem Gebirgs-Ersatzbataillon „Nord“ Hallein als Standort zu.
- 32 Häftlinge aus Dachau werden im Steinbruch an der Wiestalstraße untergebracht.
- Sepp Plieseis gelingt mit Hilfe Halleiner Frauen die Flucht.
- Rund 1000 Mann des Bataillons jagen Deserteure im Raum Goldegg.
- Flucht der Häftlinge Hammerl und Jansa.
- Neun Soldaten werden von der Waffen-SS erschossen.
- Gauleiter Scheel setzt Standgerichte ein.
- 800 zumeist Jugendliche werden in Kuchl zur Waffen-SS angelobt.
- Luftangriff auf Hallein; auch das Lager wird getroffen.
- Agnes Primocic erreicht die Verlegung der Häftlinge in die Stadt.
- Die 2. französische Panzerdivision besetzt Hallein.
- Die SS sprengt die Gollinger Brücken, obwohl bereits kapituliert ist.
- Rund 1000 internierte Waffen-SS kommen aus Glasenbach ins Lager Hallein.
- Im Halleiner Lager sind ca. 4000 Männer interniert.
- Überstellung nach Glasenbach; danach Zwischenlager für jüdische DPs.
Die letzten Kriegswochen, in denen die meisten Opfer zu beklagen waren. Ein Klick springt zur Textstelle.
Vorwort, Quellenlage und Dank
„Im herzlichen Einvernehmen mit der Bevölkerung“ so ähnlich schrieb Franz Schreiber in seinem Bericht über das 6. SS-Gebirgsjäger Ersatz- u. Ausb.-Btl. in Hallein. Die Katastrophe von Stalingrad war eben erst passiert, und Hitler hatte den „totalen Krieg“ ausgerufen, als die Waffen-SS nach Hallein kam. Im Verhältnis der Bevölkerung zur SS und Waffen-SS stand bereits die Angst im Vordergrund, als die Waffen-SS in Hallein und Umgebung gewissermaßen die Macht übernahm.
Als mir vor etwa 15 Jahren zufällig das Buch von Sepp Plieseis „Vom Ebro zum Dachstein“ in die Hände kam, las ich erstmals vom Halleiner KZ-Außenlager. Schon die Lage des Lagers war schwer zu ermitteln, da die Ortsangaben im Buch zumindest etwas verwirrend sind. Und das Erstaunliche – kaum jemand wusste etwas darüber. Doch durch gezielte Befragung älterer Leute erfuhr ich dann doch etwas vom Lager und auch von der Waffen-SS.
Dies alles war zwar langwierig aber spannend, so dass ich vom Thema nicht mehr loskam. Ich habe es nun vorläufig abgeschlossen, obwohl in inländischen und ausländischen Archiven noch das eine oder andere zu finden wäre. Dazu sind jedoch größere finanzielle Mittel erforderlich. Zudem ergeben sich – besonders in Österreich – aus Gründen des Datenschutzes Grenzen. Generell ist zu sagen, dass die schriftlichen Quellen des 3. Reiches sehr gründlich „entsorgt“ wurden. Auch nach dem Krieg war man bemüht, letzte Spuren zu beseitigen. Dies trifft u. a. besonders auf Salzburg zu. In den Akten der Halleiner Gemeinde könnte sich auch noch etwas über das Lager finden. Ich habe mich bemüht, möglichst viele Quellen und Literatur zu finden, um diesen Mangel auszugleichen. Einige Angaben, vor allem Datumsangaben, können nicht als hundertprozentig angesehen werden. Problematisch sind die Kapitel Kriegsgericht/Standgericht und das Kapitel „Das Holzfällerkommando“ mit dem Einsatz der sowjetrussischen Kriegsgefangenen. Schriftliche Quellen waren keine zu finden. Die Aussagen von Zeitzeugen sind schwer zu beurteilen. Vielleicht finden sich noch in russischen Archiven Hinweise. Dass es in Hallein und Umgebung viele Opfer gegeben hat, steht wohl fest. Erwähnen möchte ich noch, dass ich bewusst weitgehend auf Kommentare verzichtet habe. Der Leser möge sich selbst ein Bild machen.
Bleibt mir noch die Danksagung: Das Personal in den Büchereien und Archiven erwies sich fast immer als sehr bemüht, was bei einem „Amateurforscher“ nicht ganz selbstverständlich ist. Besonderer Dank gilt den Zeitzeugen, von denen ich Herrn Ziller Rudolf und Herrn Pfarrer a. D. Dr. Ekkehard Lebouton (†) hervorheben möchte. Als sehr hilfreich erwies sich Herr Roland Pfeiffer aus Deutschland. Herzlichen Dank für die Angaben aus dem BA-MA Freiburg im Breisgau, die mir sonst nicht oder nur mit größeren Kosten verbunden zur Verfügung gestanden wären. Für die Korrektur danke ich Herrn Peretti Karl. Im Hinblick auf die Veröffentlichung waren mir die Herren Dr. Georg Schwamberger und Odo Stierschneider behilflich. Nicht zuletzt gilt der Dank auch meiner Familie.
Verordnungsblatt der Waffen-SS
Mit dem Verordnungsblatt vom 1. Mai 1943 wurden die Ersatztruppenteile der Waffen-SS umbenannt. Das bisherige Gebirgsjäger-Ersatzbataillon „Nord“ heißt ab sofort Gebirgsjäger Ausbildungs- und Ersatzbataillon 6, Standort Hallein bei Salzburg (vgl. Kapitel 3.1).
Das Barackenlager
1934 wurde zum ersten Mal im Halleiner Gemeinderat vom Wunsch nach der Errichtung einer Garnison gesprochen. Ein Bataillon Pionier-Infanterie sollte in Hallein stationiert werden. Man versprach sich davon eine wirtschaftliche Belebung.1 Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte die Finanzierung schließlich im Jänner 1938 weitgehend gesichert werden. Ein Grund am , jetzt Lagerplatz der Firma M-real, zwischen Bundesstraße Süd und der Bahntrasse war ebenfalls gefunden worden.2 Doch schon zwei Monate später kamen die Nationalsozialisten in Österreich an die Macht.
Der Bau des Lagers wurde jedoch weiter betrieben, so dass er 1940 von Halleiner Baufirmen begonnen wurde. Die Holzbaracken hatten steinerne Grundmauern. Die als Küche vorgesehene Baracke, nahe dem Eingang, hatte betonierte Grundmauern und war unterkellert.3 Im Endausbau bestand das Lager aus 21 Baracken.4 Es war mit Stacheldraht eingezäunt.5
Ab Mai 1942 wurde das Lager mit 650 Südtiroler Umsiedlern belegt.6 Kurz vor Redaktionsschluss erhielt ich von einer Zeitzeugin die Mitteilung, das Lager sei noch vor der Waffen-SS mit Juden belegt gewesen.7 Dem wäre noch nachzugehen.
In drei Baracken wurde das so genannte Lazarett „B“ eingerichtet. Der „Salzburger Volksbote“ schrieb am 15.11.1942 „Die Halleiner Lazarette“ somit dürfte das Lazarett „B“ zu diesem Zeitpunkt bereits bestanden haben. Es war dem bereits bestehenden Lazarett „A“ in der Stadt – heute Gewerbeschule – angeschlossen. Den beiden Lazaretten stand der Stabsarzt Hauptmann J., ein damals bekannter und geschätzter Internist aus Graz, vor. Die Krankenpflegerinnen waren Rot-Kreuz-Schwestern zumeist aus Hallein und Umgebung. Das Lazarett „B“ war mit ca. 75 vor allem kopf- und lungenverwundeten Soldaten belegt. Im Spätherbst 1944 wurden die Verwundeten nach Bad Hofgastein verlegt. Das Lazarett „B“ unterstand danach der Waffen-SS.8
Quellen zu Kapitel 18 Anmerkungen
- Dr. Georg Schwamberger: Halleiner Geschichtsblätter, Bd. 3, Chronik der Stadt 1927 – 1938.
- Ebd.
- Aussage K. J.
- Rainer Otto: Salzburger Kasernen 1938 – 1945. Salzburg, SLA – Heft.
- Aussage M.M. u. M.R.
- Salzburger Volksbote 10.5. u. 24.5.1942 u. Aussage F.J.
- Aussage M.M.
- Aussage M.R.
Die 6. SS-Gebirgsdivision „Nord“
Diese Truppe wurde im Februar 1941 in Norwegen aus zunächst zwei SS-Totenkopfstandarten und anderen neu aufgestellten Einheiten als „SS-Kampfgruppe Nord“ gebildet. Es kam in der Folge zu einigen Umgruppierungen und auch die Bezeichnung wurde in SS-Division „Nord“ (mot) geändert. 1942 wurde die Division in eine Gebirgsdivision umgewandelt und dazu aus dem Deutschen Reich mit neuen Einheiten, darunter auch vielen Österreichern, ergänzt. Nach einer weiteren Umbenennung hieß sie dann ab 1943 schließlich 6. SS-Gebirgsdivision „Nord“1. Die Halleiner Waffen-SS war Ersatz- und Ausbildungseinheit dieser Division.
Das geplante Ziel der NS-Regierung an der Nordfront war die Einnahme der Eismeerhäfen Murmansk und Archangelsk, bzw. zumindest die Bahnlinie nach Murmansk zu unterbrechen, um den Nachschub der Alliierten für die Sowjetunion zu unterbinden. Dies gelang jedoch nicht. Der Angriff der deutschen und finnischen Truppen scheiterte an den starken sowjetischen Einheiten und den äußerst widrigen Verhältnissen in der Tundra und dem Karelischen Urwald. Im Sommer Wald bzw. Tundra, Sumpf und Millionen Mücken, im Winter Wald bzw. Tundra, Schnee und Kälte (bis −45 °C).
Teile der Kampfgruppe bzw. Division kämpften auch an der finnischen Eismeerküste. Der Hauptteil der SS-Kampfgruppe Nord (der späteren 6. SS-Gebirgsdivision „Nord“) war östlich von Rovaniemi eingesetzt. Die Mannschaften der Kampfgruppe waren für den Kriegseinsatz kaum ausgebildet und zudem auch unvollständig bewaffnet. Die SS-Kampfgruppe wurde sogleich zur Eroberung der russischen Festung Salla eingesetzt. Zunächst von den Russen zurückgeschlagen und fast überrannt, gelang es erst mit Unterstützung anderer deutscher und finnischer Truppen die Festung zu erobern.2 Die SS-Kampfgruppe erlitt dabei schwere Verluste. Nach weiteren Vorstößen auf sowjetisches Gebiet, bis 40 km vor die Murmansk-Bahn, wurde die Truppe in einen Stellungskrieg verwickelt. Als dann am 19.09.1944 Finnland einen separaten Waffenstillstand mit der Sowjetunion abschloss, musste das Deutsche Reich seine Truppen abziehen. Die 6. SS-Gebirgsdivision „Nord“ bewegte sich zunächst westlich nach Rovaniemi, sodann in Richtung Südwest zur Hafenstadt Kemi, musste sich dann aber unter Abwehrkämpfen gegen finnische Truppen entlang der schwedischen Grenze Richtung Norwegen zum Lyngen-Fjord wenden und den 1600 km langen Weg aus dem nördlichsten Norwegen nach Oslo in Kauf nehmen3.
Nach dem Übersetzen nach Dänemark und weiter nach Deutschland wurde die Truppe an die Westfront verlegt. Ab Anfang Jänner 1945 war die Division, jetzt wieder als SS-Kampfgruppe „Nord“ bezeichnet, an der Operation „Nordwind“ beteiligt und dann im Raum Hagenau – Saarbrücken – Trier – Hunsrück eingesetzt, wobei zwei Regimenter zum Teil getrennt von der restlichen Division operierten. Dabei gerieten Teile der Truppe hinter die amerikanischen Frontlinien, wobei es vor allem bei diesem Vorfall zu schweren Verlusten kam.4 Umstrittenen Angaben zufolge soll es bei dieser Aktion im französischen Hinterland Massaker an der Zivilbevölkerung gegeben haben.5 Nach Abwehrkämpfen in den Vogesen, Zurücklassung von schwerem Material infolge Treibstoffmangel und schweren Verlusten, zogen sich die Reste der Division im Raum Koblenz bzw. Worms über den Rhein zurück. Im östlichen Taunus wurde die Division endgültig zerschlagen. Versprengte Gruppen zogen sich nach Süden zurück und kamen noch bis Reit im Winkl bzw. Radstadt.6 Andere Einheiten zogen sich Richtung Thüringen zurück.7 Eine stärkere Einheit der „6.“ soll dort südlich von Arnstadt vom 5. bis 11. April 1945 den Amerikanern noch heftige Kämpfe geliefert haben.8
Quellen zu Kapitel 28 Anmerkungen
- Tessin Georg: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS, 1939 – 1945, 3.Bd. und www.feldgrau.de „6. SS-Gebirgsdivision „Nord“.
- George H. Stein: Geschichte der Waffen-SS, Düsseldorf, 1967, u. Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht, Osnabrück, 1969.
- Steurich Alfred: Gebirgsjäger im Bild, 6. SS-Gebirgsdivision „Nord“, Osnabrück, 1976. (s. auch Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht).
- Third Reich Factbook: 6th SS-Gebirgs Division “Nord”, www.wssob.com.
- www.linkeseite.de, 2002 und andere Berichte.
- Schreiber: Kampf unter dem Nordlicht.
- Kaltenegger Roland: Die Gebirgstruppe der Waffen-SS, 1941 − 1945. Wölfersheim-Berstadt, 1994.
- Remdt, Wermusch: Rätsel Jonastal, Berlin, 1992 (Info aus KTB/OKW).
Das SS-Gebirgsjäger Ausbildungs- und Ersatzbataillon 6
3.1 Die Entstehung
Am 10.9.1940 stellte man in Goslar (Niedersachsen) das SS-Ersatz Btl. „A“ auf. Es war ein Ersatztruppenteil für einige „SS-Totenkopf-Standarten“.1 Als Anfang 1941 die SS-Kampfgruppe „Nord“ aufgestellt wurde, diente das nunmehr in SS-(Infanterie) Ersatzbataillon „Nord“ umbenannte Bataillon für Teile der Kampfgruppe als Ersatztruppenteil. Es folgte noch 1941 die Verlegung nach Wehlau/Ostpreußen und dann ab 10.2.1942 nach Trautenau im Sudetenland (heute Trutnov, Tschech. Rep.). Auf Grund der Umgliederung der SS-Division „Nord“ in eine Gebirgsdivision (1942) wurde ihr Ersatztruppenteil nunmehr zum SS-Gebirgs-Ersatzbataillon „Nord“. Hier fungierte das Bataillon ca. ein halbes Jahr auch als Ersatzformation der 7. SS-Freiw.-Gebirgsdiv. „Prinz Eugen“. Der Standort Trautenau erwies sich jedoch für eine Gebirgsausbildung als ungeeignet.2
Mit Weisung vom 1.4.1943 des SS-FHA erhielt das Bataillon Hallein als neuen Standort zugewiesen. Nach der Aussage eines ehemaligen Angehörigen der Truppe soll die Verlegung bereits im März 1943 erfolgt sein. In dieser Zeit war ein Ostubaf Petersen der Bataillons-Kommandant. Ab 18. April 1943 stand das Bataillon unter der Führung des SS-Sturmbannführers Werner Hahn, der vorher Inspektor der Gebirgstruppen beim SS-Führungshauptamt war. Ab 26.8.1944 war Hauptsturmführer Leopold (Leo) Schulz der Kommandant. Im Zuge der Durchnummerierung der Truppen der Waffen-SS hieß das Bataillon schließlich ab 10.5.1943 SS-Gebirgsjäger Ausbildungs- und Ersatzbataillon 6.3
Erstmals wird das Bataillon als „Ers. Abt. Hallein“ in der „Salzburger Zeitung“ am 30.4.1943 erwähnt.4
3.2 Organisation und Ausbildung
Die Ausbildungsaufgaben erstreckten sich auf Exerzier- und infanteristische Gefechtsausbildung, Hochgebirgsausbildung, Tragtierführer- u. Tragtierausbildung, Scharfschützenausbildung (Burg ), Unterführer- und Führernachwuchsausbildung.5
Das Bataillon bestand (Stand Herbst 1943) aus dem Stab mit Musikzug, der Stabskompanie, vier Ausbildungskompanien für Gebirgsjäger, die 5. Kp. war Tragtierführerkompanie, die 6. Kp. eine Genesungskompanie. Ab Herbst 1944 gab es auch eine Scharfschützenkompanie. Daneben gab es ein Krankenrevier, eine Waffenmeisterei sowie Stallungen für (1943) ca. 230 Tragtiere und Pferde. Der Fuhrpark bestand damals aus 3 Lkws, 1 Pkw, 1 Krad sowie verschiedenen Gefechts- und Gebirgsfahrzeugen.6 Plieseis schrieb in seinem Buch, es dürften 1500 bis 2000 Mann gewesen sein.7 Bei einem Einsatz Mitte 1944 im Gebiet von im Pongau wird von ca. 1000 Mann aus Hallein berichtet.8 Doch war der Mannschaftsstand auf Grund der Art des Bataillons schwankend.
Neben dem Lager in Hallein gehörte ein Übungsplatz am linken Ufer der im (Gemeinde , KG Unterlangenberg und Garnei) dazu. Dieser wird als eine Art Dorf, bestehend aus extra errichteten Häuserruinen, welche bis zu 2,5 m hoch waren, sowie der Attrappe einer orthodoxen Kirche, beschrieben. Dieses Dorf diente der Ausbildung zur Partisanenbekämpfung.9 Am Übungsplatz entstand auch ein Schießplatz. Diese Anlagen dienten zur infanteristischen Ausbildung, der Panzernahbekämpfung und Nahkampfausbildung.10 Man sagt, dass die Ausbildung sehr hart gewesen sei. Darauf deutete auch ein Wegweiser, der im an der Bundesstraße aufgestellt war, hin. Auf der Tafel stand „Schweißheim“.*11
Um das schon großteils bestehende Lager fertig zu stellen, den Übungsplatz mit Dorf und Schießplatz im zu errichten, Bauarbeiter zu stellen und später Arbeiter für einen Steinbruch zu bekommen, fuhr man bereits im Juni 1943 zum Konzentrationslager Dachau und „besorgte“ sich dort 32 Inhaftierte als Arbeitskräfte.12 Diese wurden in einem aufgelassenen Steinbruch an der untergebracht.13
Die Reste der Anlagen im wurden im Zuge des Autobahnbaues fast zur Gänze abgetragen.
Am () wurde ein Gasthaus mit Nebengebäuden für die Tragtierführer- und Tragtierausbildung sowie für ein „Holzbeschaffungskommando“ eingerichtet. Über dieses Kommando wird gesondert berichtet (Kap. 5.2). Für die alpine Gebirgsausbildung waren nachstehende Berghütten vorgesehen: Purtschellerhaus, Stahlhaus, Winklerhaus, Watzmannhaus, Austria- und Dachsteinsüdwandhütte sowie die Fischerhütten am Königssee. Außerdem war der Hochgebirgsübungsplatz am Axamer Lizum zur Benützung vorgesehen.14 Wann und wie weit die genannten Ausbildungsplätze benützt worden sind, ist teilweise bekannt. Die Benützung des Purtschellerhauses, des Jennerhauses (damals hieß es Winklerhaus) und des Stahlhauses wurde von Zeitzeugen bestätigt. Die des Austriahauses belegt ein Brief (Abb. 8).
Der Personalnachschub des Btl. rekrutierte sich aus den reichsdeutschen Gebieten, Volksdeutschen und Freiwilligen aus europäischen Ländern wie der Schweiz, Liechtenstein, Italien (Südtirol) und Jugoslawien.15
Das Btl. führte auch F.B.-(Führerbewerber)Lehrgänge durch, die als Vorbereitung für die Lehrgänge in den sog. Kriegsjunkerschulen dienten. Diese Lehrgänge wurden anfangs in Hallein, danach in durchgeführt.16
Zur Scharfschützenausbildung kamen Soldaten anderer SS-Truppen nach Hallein bzw. , wo dreiwöchige Kurse mit jeweils ca. 30 Mann stattfanden.17 Mit Wirkung vom 1.11.1944 wurde dann die Scharfschützenausbildung der Angehörigen aller SS-Gebirgsdivisionen vom Halleiner Btl. am Standort durchgeführt.18
War das Bataillon in Hallein anfangs hauptsächlich zur Ergänzung der SS-Division „Nord“, u. a. im Juni 1943 mit 300 bis 400 Mann, vorgesehen, kamen später immer mehr Ausgebildete zu anderen Truppen, vor allem Gebirgstruppen19 der Waffen-SS. So wird von Zeitzeugen berichtet, dass auch mohammedanische Soldaten vorübergehend in Hallein waren. Sie trugen den so genannten Fez anstatt der Gebirgsjägerkappe.20 Wahrscheinlich wurden sie für die 13. Waffen-Gebirgsdivision der SS „Handschar“ ausgebildet. Zu dieser Truppe wurde auch Führungspersonal abgestellt.21 Es gibt Hinweise, dass auch für die 21. SS-Gebirgsdivision „Skanderbeg“ Soldaten ausgebildet wurden.22 Auch zur 7. SS-Gebirgsdivision „Prinz Eugen“ wurde noch Personal abgestellt.23 Der erste Halleiner Kommandant Stubaf Werner Hahn wurde nach seiner Ablösung mit der Aufstellung der 24. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Karstjäger“ (davor Kompanie bzw. Bataillon) betraut, deren Kommandant er vom 5.12.44 bis 10.2.45 war. Auf Grund der geringen Mannschaftsstärke wurde sie in dieser Zeit als Brigade geführt.24 Es ist anzunehmen, dass Stubaf Hahn auch Führungspersonal aus Hallein „mitnahm“.
Alle genannten SS-Gebirgsdivisionen wurden mehr oder weniger in der Partisanenbekämpfung im Gebiet des ehem. Jugoslawien und des angrenzenden Italien eingesetzt. Offenbar wurden der Übungsplatz im und die Berghütten fleißig genutzt.
Von Bedeutung für die Halleiner Waffen-SS waren die Schweizer Freiwilligen. Diese wurden lange Zeit den verschiedensten Truppen, vor allem der Waffen-SS zugewiesen. In Hallein gab es von Anfang an Schweizer Freiwillige, darunter auch einen Hauptsturmführer F. beim Stab des Bataillons. Im Februar 1944 befahl dann das SS-FHA den Zusammenzug aller Schweizer nach Hallein, zwecks Bildung einer eigenen Einheit, mit Termin 1. Juni 1944. Dies funktionierte nur insofern, als alle neuen Schweizer Rekruten aus dem Erstausbildungslager Sennheim/Elsass nach Hallein kamen. Von den bereits bei Truppen Befindlichen kamen jedoch nur wenige. Bis zu 200 sollen in Hallein gewesen und dann großteils zur 6. SS-Gebirgsdivision „Nord“ gekommen sein.25
3.3 Das Verhältnis zur Bevölkerung
Die Waffen-SS war im Laufe der Kriegsjahre nahezu zu einem „Staat im Staate“ geworden. Zwar unterstanden die Waffen-SS-Verbände in territorialer und militärischer Hinsicht dem OK der Wehrmacht, im Übrigen aber der SS Himmlers. Die Ersatz- und Ausbildungseinheiten unterstanden jedoch zur Gänze Himmler.26 Auch die Halleiner Waffen-SS war keine Ausnahme. Es wird von einem Schweinestall in der Kaserne berichtet. Man holte auch Handwerker (ein Schuster wird u. a. genannt), die in der Kaserne für das Bataillon arbeiteten.
In Berichten ehemaliger Soldaten dieses SS-Bataillons sowie von Privatpersonen wird das Verhältnis mit der Bevölkerung als sehr gut und diszipliniert beschrieben,27 wenngleich die Kontakte insgesamt minimal waren. Man hielt sich zurück, da die Angst vor der SS längst gegenwärtig war. Zudem wurden, zumindest ab 1944, persönliche Kontakte sofort unterbunden.28 Trotzdem wird jedoch, unter anderem, von einer Heirat zwischen einem SS-Mann und einer Einheimischen berichtet. Diese Verbindung soll allerdings keinen langen Bestand gehabt haben. Der Musikzug des Btl. unter Hstuf N. wirkte bei verschiedenen Anlässen in Hallein und Umgebung mit. Genannt wurden Einsätze bei Umzügen am Heimattag (so hieß das Erntedankfest bei den Nazis), bei einem Begräbnis eines Ortsgruppenleiters in und bei Platzkonzerten in Hallein und Umgebung. Bei einem Konzert im Theatersaal Hallein Anfang Mai 1943 nahmen 48 Mann des „SS-Musikkorps“, wie es in einer Zeitungsmeldung heißt, teil. Es sprach ein Hstuf Liebermann als Vertreter des Halleiner Kommandanten der Waffen-SS. Das erste Platzkonzert am Halleiner Adolf-Hitler-Platz (Bayrhamerplatz) war ebenfalls Anfang Mai 1943. Bei einer Feier für verwundete Soldaten am 22.5.1943 wird von 27 Musikern berichtet.29 Der Musikzug wurde dann Ende 1943 an die Nordfront verlegt.30 Anfang 1945 wird von der Mithilfe bei der Einrichtung eines Verwundetenheimes in Hallein berichtet.31
3.4 Überwachungsaufgaben und Einsätze
Neben der Ausbildung von neuem Kanonenfutter hatte das Bataillon die Aufgabe, von Verwundung oder Krankheit genesene Frontsoldaten wieder für den weiteren Einsatz vorzubereiten.32 Sie übernahmen auch Überwachungsaufgaben beim Einsatz von Fremdarbeitern und KZ-Häftlingen sowie die Bewachung von wichtigen Brücken und anderer Bauten in Hallein und Umgebung.
Die Truppe übernahm gewissermaßen die Macht in Hallein und Umgebung. Immer häufiger sah man Streifen, die bei geringstem Verdacht strenge Kontrollen durchführten. Der Truppenkommandant wurde auch als Ortskommandant von Hallein bezeichnet.33
Der erste Einsatz im Rahmen eines Teiles des Bataillons dürfte vom 8.9. bis 30.11.1943 in Oberitalien erfolgt sein. Es war dort an der Entwaffnung der italienischen Armee beteiligt.34
Wie schon erwähnt, wurden Mitte 1944 ca. 1000 Mann des Btl. unter Stubaf Hahn zur Jagd nach Deserteuren im Bereich eingesetzt. Bei diesem Einsatz, der auf Befehl des Obergruppenführers Dr. Kaltenbrunner und unter der Leitung des Salzburger Gestapo-Chefs Dr. Hubert Hübner erfolgte, wurde das Gebiet von Mühlbach am Hochk. bis Dienten durchsucht.35 Das Btl. war auch als Alarmeinheit für die Führerunterkünfte und das Gebiet vorgesehen.36 Ein diesbezüglicher Einsatz ist nur vom April 1945 bekannt (siehe Kapitel 3.5). Berichtet wird jedoch, dass zumindest ein Halleiner Unterscharführer vom Oktober 1943 bis 31.1.1944 bei der Aufstellung und als Zugführer beim SS-Nebelwerferkommando für das Gebiet um den abgestellt wurde.37 Mit Schreiben des SS-FHA an die HGS der Waffen-SS in Neustift im Stubai vom 6.1.44 wurde das Aufstellen und die Einrichtung eines Ausbildungslagers in Predazzo befohlen. An den Vorarbeiten bis 30.4.44 nahm ein Kommando aus Hallein teil.38 Als prominenter Besucher wird der Generaloberst der Waffen-SS Sepp Dietrich genannt. Allerdings residierte er in der Zellulosevilla.39
3.5 Das Ende zeichnet sich ab
Gegen Kriegsende dürfte der ständige Mannschaftsstand deutlich weniger geworden sein, man brauchte jeden Mann für den „Endkampf“. Ende Jänner 1945 sollen die meisten zum neu aufgestellten sog. Freiwilligenregiment 32 „Kurmark“ bzw. zur 32. Freiwilligen-Grenadier-Division „30. Jänner“ verlegt worden sein.40 Noch am 20. April 1945 wurden 800 zumeist Jugendliche in unter Beisein des Gauleiters Scheel zur Waffen-SS angelobt.41
Die Halleiner Waffen-SS wurde in dieser Zeit nicht nur im Raum Hallein, sondern auch im Raum Salzburg-Umgebung eingesetzt. Im April und Anfang Mai 1945 wurden Teile des Bataillons als Alarmeinheiten in den südostbayrischen Raum, u. a. nach Rosenheim und Lenggries bei Bad Tölz, zum „Kampf gegen die Amerikaner“ verlegt.42 Wahrscheinlich waren dazu die jugendlichen Soldaten aber nicht zu gebrauchen und ihre Befehlshaber nicht interessiert, ihr Leben zu riskieren, da die Truppe keinen Kampfeinsatz mehr hatte. Die Waffen-SS-Einheiten widmeten sich in diesem Raum vielmehr der Jagd auf (vermeintliche) Deserteure und Saboteure. Es wird von einer SS-Einheit, angeblich unter dem Kommando des berüchtigten und nach dem Krieg hingerichteten Oberführers Hans Trummler berichtet, die im angrenzenden Bayern sogar ein eigenes Exekutionskommando von ca. 30 Mann hatte.43 Die Mischung aus SS-„Brutalos“ und fanatisierten Kindern und Jugendlichen war noch für zahlreiche Tote unter den deutschen Soldaten in den allerletzten Kriegstagen und vereinzelt sogar noch Tage nach der Kapitulation verantwortlich. Manche dieser territorialen SS-Ersatztruppen dürften in den letzten Tagen vor Kriegsende mehr reichsdeutsche Soldaten und Zivilisten als militärische Gegner getötet haben. Wie weit die Halleiner Einheiten im süddeutschen und Flachgauer Raum beteiligt waren, ist nicht bekannt (siehe Kap. 6).
Möglicherweise haben sich die Truppenteile von Lenggries und Rosenheim Richtung Tirol und Pinzgau zurückgezogen, da es Berichte über Einheiten des Btls. aus dem Raum Kufstein/Wörgl, dem Gerlostal und vom Pass Thurn gibt. Auch zu einem Einsatz bei St. Pölten im Rahmen der „Kampfgruppe Benz“ wurden drei nur mehr schlecht bewaffnete Kompanien abgestellt.44
Beim schweren Luftangriff auf Hallein am 24.4.1945, bei dem auch das Halleiner Lager der Waffen-SS getroffen wurde, starben sechs Soldaten dieser Truppe.45 Infolge der vielen Einsätze in diesen letzten Tagen vor Kriegsende verschwanden auch die Bewacher in der und anderen Arbeitslagern und mit ihnen oft die letzten Lebensmittel.46 Dies verschlimmerte die Lage der Zwangsarbeiter zusätzlich.
In den ersten Maitagen, als die Front schon nahe war, wurden die Reste des Bataillons nach / verlegt.47 Auch die im grenznahen Bayern eingesetzten Kompanien vereinigten sich dort mit ihrer Stammeinheit.48
* B. Taussig übersetzte in seinem Bericht das Wort „Schweißheim“ kurioserweise mit „sweat home“.
Quellen zu Kapitel 348 Anmerkungen
- Tessin Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939 – 1945. 3.Bd.
- Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht, Osnabrück, 1968, u. Pfeiffer Roland (BA-MA Freiburg im Breisgau, Nachlass Vopersal).
- Ebd. Siehe auch Abb. 1 Verordnungsblatt.
- „Salzburger Zeitung“ vom 30.4.1943.
- Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht.
- Ebd. und Pfeiffer R. (BA-MA Freiburg im Breisgau, Weisung des SS-FHA).
- Plieseis Sepp: Vom Ebro zum Dachstein, Linz,1946.
- Stadler R., Moosleitner M.: St. Johann / Pongau 1938 – 1945.
- Aussage (W.J.) Durch Zeitzeugen bestätigt.
- Plieseis Sepp: Vom Ebro zum Dachstein, und Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht.
- Brian Taussig: Kuchl 1938 – 1945, Naziterror in Kuchl (in englischer Sprache) DÖW.
- Hammerl Alfred: Flucht vom Außenkommando Hallein, (Aussage DÖW). Vgl. auch Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht.
- Ebd. und Plieseis Sepp: Vom Ebro zum Dachstein.
- Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht.
- Ebd.
- Pfeiffer R. (BA-MA Freiburg im Breisgau, Weisungen des SS-FHA).
- Ebd. und Aussage M.R.
- Pfeiffer R. (BA-MA Freiburg im Breisgau, Weisung des SS- FHA).
- Pfeiffer R. (BA-MA Freiburg/Br. Nachlass Vopersal).
- Aussage M.R. u. M.M.
- Pfeiffer R. (BA-MA Freiburg/Br. Nachlass Vopersal).
- www.wssob.com, Sept. 2003.
- Oertle Vincenz: „Sollte ich aus Russland nicht zurückkehren ...“ Schweizer Freiwillige an deutscher Seite. Eine Quellensuche, Zürich 1997.
- Michaelis Rolf: Die Chronik der 24. Waffen-Gebirgs (Karstjäger)- Division der SS.
- Oertle Vincenz: „Sollte ich aus Russland nicht zurückkehren ...“
- Stein George H.: Geschichte der Waffen-SS, Düsseldorf, 1967.
- Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht.
- Aussage M.R.
- Ingrid Theuermann: Projekt der HS Adnet (Aus dem Dorfbuch Adnet), nicht veröffentlicht, Schulchroniken HS Adnet u. VS Hallein, sowie Meldungen aus den Tageszeitungen. „Salzburger Zeitung“ u. „Salzburger Volksbote“ 1943.
- Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht.
- Salzburger Zeitung v. 1.2.1945.
- Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht.
- Aussagen M.M., M.R., P.A.
- Pfeiffer R. (BA-MA Fr./Br., Nachlass Vopersal).
- Stadler R., Moosleitner M.: St. Johann / Pongau 1938 – 1945
- Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht
- Neul Josef: Adolf Hitler und der Obersalzberg, Rosenheim, 1997.
- Pfeiffer R. (BA-MA Fr/Br. Schreiben des SS-FHA u. Falsen)
- Aussage (W..J.)
- Tessin G.: Verbände der d. Wehrmacht u. Waffen-SS bzw. Oertle Vincenz: „Sollte ich aus Russland nicht zurückkehren ...“
- Salzburger Zeitung v. 21.4.1945.
- Staatsarchiv München: Aussagen ehem. Angehöriger des Halleiner Ers.Bat., enthalten in den Akten der Staatsanwaltschaft München Nr. 14630 und 14631, und Pfeiffer R. (Günther H.: Sturmflut und das Ende, Bd. III).
- Völklein Ulrich: Ein Tag im April (Die Bürgermorde von Altötting), Göttingen, 1997.
- Pfeiffer R. (BA-MA Fr./Br., Nachlass Vopersal).
- Mitteilung des Österreichischen Schwarzen Kreuzes an Hand der Totenlisten von Kriegsopfern.
- Aussage (W.J.) und Nora Watteck: Alltag ohne Wiederkehr, Salzburg, 1991.
- Hoffmann Robert, Urbanek Erich: Golling, (Gendarmeriechronik) und Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht.
- Staatsarchiv München: Akte der Sta.
Das KZ-Außenlager im Steinbruch an der Wiestalstraße
Wie schon erwähnt, hatten sich die Soldaten der Waffen-SS bald (wahrscheinlich im Juni 1943) nach ihrer Ankunft in Hallein, mit Genehmigung der Zentralbauleitung der Waffen-SS, 32 reichsdeutsche KZ-Häftlinge aus Dachau „besorgt“.1 Es waren zwei abgeteilte Baubaracken auf dem ca. 1000 m² großen Areal des aufgelassenen . Das Lager war praktisch ausbruchsicher, da es zur Hälfte mit senkrechten Gesteinswänden umgeben war. Der Rest wurde mit Stacheldraht abgesichert. Zudem war auf einem Wachturm ein SS-Soldat mit Maschinengewehr postiert.2
In den folgenden eineinhalb Jahren kamen weitere Kontingente von KZlern, auch Ausländer, aus Dachau oder wurden ausgetauscht, so dass bis zu 90 KZ-Gefangene im Steinbruchlager gewesen sein sollen. Außer den Reichsdeutschen (Deutsche und Österreicher) waren auch Polen, Tschechen und ein Luxemburger dort.3
Im Verzeichnis der Haftanstalten des Internationalen Suchdienstes des Roten Kreuzes − ITS von 1969 wird das Nebenlager Hallein als Arbeitskommando für das „SS-Gebirgsjäger-Ausbildungs- und Ersatz-Bataillon“ erstmals am 1.9.1943 erwähnt, was aber eine frühere Entstehung (Juni 1943) nicht ausschließt.
Die Insassen wurden anfangs hauptsächlich zu Ausbauarbeiten im Waffen-SS-Lager und alsbald (höchst wahrscheinlich im Juli 1943) zu den Arbeiten am Übungsplatz und Schießplatz im eingesetzt. Sepp Plieseis berichtete bereits 1946 in dem Buch „Vom Ebro zum Dachstein“ von diesem Lager: Die Verpflegung und Behandlung waren zunächst sehr schlecht. Die Arbeiten mussten im Laufschritt durchgeführt werden. Dies jedoch nicht etwa auf Verlangen der SS, sondern auf Befehl des einheimischen Vorarbeiters! Doch die Gefangenen hatten Glück. Als ihre Verfassung schon kritisch wurde, bekamen sie einen neuen Vorarbeiter. Dieser Mann namens Sepp Hofer half den Gefangenen, wo er nur konnte. Auch die Verpflegung wurde etwas besser.4 Ein Schweizer SS-Sturmmann, der zwischen November 43 und April 44 sechsmal zur Wache eingeteilt worden war, sagte aus, dass Häftlinge vom Lagerleiter und dessen Stellvertreter mit Faustschlägen und Fußtritten traktiert wurden, wenn sie z. B. zu langsam arbeiteten. Abends hörte man öfters Schreie. Im Vergleich mit dem KZ Dachau sei dies aber „heilig“ gewesen.5 Ein Insasse sagte aus, dass die Verpflegung jedenfalls besser als in Dachau gewesen sei.6
Der neue Vorarbeiter machte es auch möglich, dass Plieseis über Vermittlung von Therese Weiß vom Rabnmühlbauern (bei Plieseis „Moserbauer“) in Unterlangenberg, Gemeinde , die auch fallweise die Häftlinge mit zusätzlichen Lebensmitteln versorgte, Kontakt zu zwei Frauen aus Hallein aufnehmen konnte. Es waren dies Agnes Primocic, deren Bruder im KZ Dachau inhaftiert war, und Amalia (Mali) Ziegleder, deren Gatte ebenfalls im KZ Dachau war. Beide Männer waren ehemalige Spanienkämpfer. Primocic konnte Freunde von Plieseis in Bad Ischl verständigen. Mit Hilfe von Karl Gitzoller aus Strobl gelang dann am 20. August 1943 die Flucht. Ein großes Aufgebot von SS, SA und HJ verfolgte sie, konnte sie aber nicht stellen.7 Im November 1944 gelang den Häftlingen Hammerl und Jansa mit Hilfe der genannten Frauen ebenfalls die Flucht. Dabei riskierten es Frau Ziegleder und Gusti Müller, die zwei Flüchtigen einige Tage in ihren Wohnungen zu verstecken.8
Vor der Flucht von Plieseis hatten die Gefangenen jedoch noch ein schreckliches Erlebnis: Wenn ein SS-Wächter einen flüchtigen Gefangenen lebend oder tot erwischte, bekam er fünf Tage Urlaub. Das nützte ein SS-Wächter auf grausame Weise. Er befahl einem KZler bei einem Bauern Wasser zu holen. Als dieser sich entfernte, erschoss er ihn von hinten. Danach suchte er sich einen Zweiten aus und erschoss ihn ebenso. Der SS-Mann wurde mit zehn Tagen Urlaub belohnt!9
Die Gefangenen wurden dann auch zu anderen Arbeiten herangezogen: Bekannt sind Arbeiten in einem Steinbruch und der Marmorschleiferei in . Auch bei einer Baufirma sollen sie gearbeitet haben.10 Ebenso beim Bau von Stollen, die im Auftrag und auf Rechnung der Organisation Todt für die Grillwerke hergestellt wurden. Die Grillwerke, aus Stuttgart kommend, waren ein Rüstungsbetrieb, der Komponenten für Militärflugzeuge produziert hat.11 Beim Stollenbau sollen sie abgesondert von den anderen Arbeitern in einem eigenen Stollen gearbeitet haben.12 In der Stadt wurden sie öfters gesehen. Bei Bombenangriffen bewachte jeweils ein KZler unter Aufsicht eines SS-Mannes öffentliche Gebäude.13
Ja, Angst wer hätte net Angst, wenn er so was tut. Angst hab ich schon gehabt, ich hab ja doch an meine Kinder denken müssen. Aber wie kannst denn nein sagen, wenn dich jemand bitt, du sollst ihm’s Leben retten?
Vor Kriegsende, als die Amerikaner schon in München und Rosenheim waren, wie Frau Primocic sagte, bestand die Gefahr, dass die Gefangenen von der Waffen-SS erschossen werden könnten. Das war demnach am 1. oder 2. 5. 45. Nach Agnes Primocic soll der Erschießungsbefehl schon bestanden haben. Frau Primocic war Rot-Kreuz-Schwester und für die „Rote Hilfe“ illegal tätig. Ihr gelang es mit Unerschrockenheit und viel Überredungskunst, zu erreichen, dass die (großteils reichsdeutschen) Gefangenen in die Stadt verlegt wurden und so vor der Waffen-SS einigermaßen sicher waren.14 Unter diesen Gefangenen war ein Johann (Schani) Staffenberger, den A. Primocic als ihren Bruder ausgab, um ihr Interesse an den Häftlingen zu begründen. Dieser gab später an, dass sie im Beisein der SS-Wachmannschaft von den französischen Truppen befreit worden waren. Da sie aussagten von den Bewachern gut behandelt worden zu sein, passierte diesen nichts.15 Diese Aktion hätte Frau Primocic das Leben kosten können.
Das Lager an der wurde am 5.5.1945 von den alliierten Streitkräften erreicht und aufgelassen.16
Die Situation der Zwangsarbeiter, vor allem jener in Arbeitslagern, wurde gegen Kriegsende wieder sehr kritisch. Die Versorgung brach oftmals völlig zusammen, da die Betriebe die Arbeit einstellten und schließlich auch die Bewacher verschwanden und mit ihnen oft auch noch vorhandene Lebensmittel.
Dazu sei noch Nora Watteck zitiert:
„Am begegnete ich furchtbaren Jammergestalten. Man hatte gerade das dort befindliche Lager der Zwangsarbeiter geöffnet, da es überhaupt nichts mehr zu essen gab und sich die Wachmannschaften verflüchtigt hatten. Die armen Freigelassenen wankten mit vor Schwäche irren Augen umher …“
Da sie im Folgenden von einem Italiener sprach, könnte es sich um Zwangsarbeiter aus den Marmorbrüchen und -werken gehandelt haben. Einer hat ihr erzählt, dass in der Vorwoche im Lager zwei Italiener erschossen wurden, weil sie ein Maultier geschlachtet hatten.17 Ein ehemaliger Lagerinsasse gab 1976 bei einem Verfahren am Landesgericht München 1 an, dass er gesehen hätte, wie vier Ausländer (nicht KZ-Lagerinsassen) wegen Plünderung vom Kommandanten der Lagermannschaft erschossen wurden. Es könnte ein Zusammenhang mit der Mitteilung des Italieners bestehen. Das Verfahren wurde mangels weiterer Zeugen eingestellt.18
* Vgl. Wintersteller W.: „KZ Dachau – Außenlager Hallein“, Broschüre (vorläufiger Bericht), Hallein 2003.
Quellen zu Kapitel 418 Anmerkungen
- ITS: Verzeichnis der Haftanstalten, und Hammerl Alfred: Flucht vom Außenkommando Hallein (DÖW)
- Ebd. und Plieseis Sepp: Vom Ebro zum Dachstein, 1946
- Archiv KZ Dachau: Div. Aussagen beim Ermittlungsverfahren des LG München I.
- Plieseis Sepp: Vom Ebro zum Dachstein, und Hammerl A.: Flucht ..., DÖW.
- Oertle Vincenz: „Sollte ich aus Russland nicht zurückkehren ...“
- Archiv KZ Dachau: Aussagen beim Ermittlungsverfahren des LG München I.
- Plieseis Sepp: Vom Ebro zum Dachstein, und Hammerl Alfred: Flucht vom Außenkommando Hallein sowie Aussage P.A.
- Hammerl Alfred: Flucht vom Außenkommando Hallein, und Agnes Primocic in Michaela Zehetner: Nicht stillhalten, wenn Unrecht geschieht. Salzburg 2004.
- Plieseis Sepp: Vom Ebro zum Dachstein. (Anm.: Eine Bestätigung dieser Aussage konnte ich nicht ausfindig machen).
- Archiv KZ Dachau: Aussagen beim Ermittlungsverfahren des LG München I.
- Salzburger Nachrichten vom Jänner 2001.
- Aussage P.A.
- Aussage M.M.
- Plieseis Sepp: Vom Ebro zum Dachstein und Aussage P.A. aufgenommen v. Brian Lux-Taussig (Tonband DÖW).
- Pfeiffer R. (Zentralst. d. Ludwigsburger Justizverw. – Vernehmungsprotokoll v. 14.11.73).
- ITS: Verzeichnis der Haftanstalten unter dem Reichsführer – SS. (Archiv KZ Dachau).
- Nora Watteck: Alltag ohne Wiederkehr, Salzburg, 1991 und Episoden aus Salzburgs Vergangenheit, Salzb., 1982.
- Archiv KZ Dachau: Ermittlungsverfahren des LG München I.
Das Holzfällerkommando
5.1 Sowjetische Kriegsgefangene – allgemein
Zu den Aussagen über den Einsatz sowjetischer Kriegsgefangener beim Holzfällerkommando der Waffen-SS im Bereich – − bedarf es vorweg noch eines Berichtes über deren Situation im Allgemeinen.
Im Feldzug gegen die Sowjetunion 1941 kam es zu einigen großen Kesselschlachten, im Zuge derer Hunderttausende Kriegsgefangene gemacht wurden. Der Tod und die Vertreibung von vielen Millionen Menschen der Völker der Sowjetunion war, wie zahlreiche Dokumente belegen, von deutscher Seite geplant. Von den sowjetischen Kriegsgefangenen wurden die als Bolschewisten verdächtigten sofort ausgesondert und liquidiert. Die anderen wurden dem Hunger und den katastrophalen Zuständen in den Lagern hinter der Front ausgesetzt. Sicher wäre es anfangs schwer gewesen, diese Menschenmassen ausreichend zu verpflegen, aber es war auch nicht erwünscht. Auch eine Verpflegung durch Einheimische wurde zumeist untersagt. Die Folgen waren Seuchen wie Hungertyphus und Fleckfieber. An den minimalen Essensrationen änderte sich auch nichts, als eine Verbesserung möglich gewesen wäre.1 Reichsminister Rosenberg schrieb am 28.2.1942 an Generalfeldmarschall Keitel: „Von den 3,6 Millionen Kriegsgefangenen (Anm.: Sowjets) sind heute nur noch einige hunderttausend arbeitsfähig“.2 Von den bis Ende 1941 gefangen genommenen 3,35 Millionen Sowjets starben bis Februar 1942 zwei Millionen! Dies war eine höhere Todesrate als in den Konzentrationslagern. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang ein in dieser Zeit wahrscheinlich bewusst verbreitetes Gerücht, das besagte, dass viele Russen in Erdlöchern hausen würden.
Dieses Gerücht hatte sogar einen gewissen Wahrheitsgehalt, allerdings in ausgesprochen perverser Art: Die sowjetischen Kriegsgefangenen mussten die Zeit in den Lagern hinter der Front unter freiem Himmel verbringen, deshalb gruben sich viele, sofern sie in der Lage waren, Löcher in die Erde, um sich ein wenig vor dem dort herrschenden kalten Wind und Wetter zu schützen ...! Nicht unerwähnt soll bleiben, dass dies auch in alliierten Kriegsgefangenenlagern in Westdeutschland unmittelbar nach dem Krieg vorkam.
Ende Oktober 1941, als der deutsche Vormarsch ins Stocken kam, entschloss man sich auch die sowjetischen Kriegsgefangenen als Arbeitskräfte einzusetzen. Die Verpflegung wurde jedoch erst Monate später und nur wenig verbessert. Es war auch für viele zu spät. Das offizielle „Tagesmenü“ für sowjetrussische Kriegsgefangene: Morgens einen halben Liter, mittags und abends je einen Liter Kohlrübensuppe. Dazu täglich 30 dag Brot – zumeist „Russenbrot“, hergestellt aus 50% Roggenschrot, 20% Zuckerrübenschnitzel, 20% Zellmehl, 10% Strohmehl oder Laub. Waren kein Brot oder keine Kartoffeln vorhanden, waren Rüben zu verwenden ... Vorgesehen waren zudem wöchentlich 5 bis 7,5 dag Margarine und 2,5 dag Fleischwaren, außerdem eine geringe Entlohnung. Margarine, Fleischwaren und Entlohnung wurden jedoch vielfach vorenthalten.3
Die Ursache dieser unmenschlichen Behandlung von sowjetischen Kriegsgefangenen, aber umgekehrt auch der deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion, war in erster Linie deren Klassifizierung als Untermenschen bzw. Arbeitssklaven. Die Genfer Konvention aus dem Jahr 1929 über die Behandlung von Kriegsgefangenen war im 2. Weltkrieg zwischen dem Deutschen Reich und der UdSSR nicht in Kraft.4 Aus diesem Grund konnten vom Roten Kreuz die Lager mit sowjetischen bzw. deutschen Kriegsgefangenen nicht kontrolliert werden. Aber auch die Haager Landkriegsordnung aus dem Jahr 1907 wurde nicht eingehalten.
Jene Sowjets, die bei Firmen oder Bauern arbeiteten, hatten es zum Teil etwas besser, wenn ihre Arbeitgeber durch Eigeninitiative die Verpflegung verbesserten. Aber die Lage besonders der Bergwerksarbeiter, jener, die in Kriegsgefangenenlagern verblieben oder in der Hand der SS waren, war weiterhin katastrophal.5
Vom Kriegsgefangenenlager (Lagerteil Nord) in – so hieß im Pongau damals − berichteten Augenzeugen, dass die Russen in elendem Zustand waren bzw. bereits so dort einlangten. Es wurde beobachtet, wie sie Gras und Würmer aßen. Selbst dies war nur möglich, wenn sie nicht von den Wächtern gesehen werden konnten, da sie sonst schwer misshandelt wurden. Zeitweise wurden dort täglich ca. 30 Sowjets in ein Massengrab verbracht.6 Man kann zweifellos von einem „Todeslager“ sprechen.
Die Anzahl der überlebenden sowjetischen Kriegsgefangenen ist auch heute nach Öffnung der russischen Archive kaum zu ermitteln. Bei der Wehrmachtsausstellung wurden ca. 50% angegeben.7 Neueste Berichte sprechen von nur 42% Überlebenden. Für viele Überlebende war die Befreiung aus deutscher Gefangenschaft noch kein Ende ihrer Qualen. Nicht wenige wurden zwangsweise repatriiert. Alle zurückkehrenden sowjetischen Staatsbürger wurden in ihrer Heimat strengen Verhören unterzogen, zahlreiche, vor allem Nichtrussen, landeten wieder in Arbeitslagern oder wurden erschossen.8
5.2 Das Kommando in der Formau
Obwohl niemand wagte genauer hinzusehen, fanden sich doch noch Zeitzeugen, die über die Machenschaften der Halleiner Waffen-SS berichten konnten. Diese Aussagen sind nach so langer Zeit zwar mit Vorsicht zu bewerten, vermitteln jedoch insgesamt doch ein ungefähres Bild der damaligen Vorgänge.
In Franz Schreibers Buch wird von einem Holzfällerkommando berichtet. Bei den Holzarbeitern soll es sich um Insassen eines „Straflagers für arbeitsunwillige Fremdarbeiter“, wie ein SS-Kapo gegenüber der Heimatforscherin Nora Watteck sagte, gehandelt haben. Es dürfte dies aber eine Ausrede gewesen sein, um Vorkommnisse (lt. entsetzten Berichten damaliger Bewohner des , wie Nora Watteck schrieb) quasi zu rechtfertigen. Sehr wahrscheinlich hat es sich bei den „arbeitsunwilligen Fremdarbeitern“ um sowjetrussische Kriegsgefangene gehandelt. Zeitzeugen sprechen von Russen, eventuell auch Ukrainern, was neben der unmenschlichen Behandlung diese Annahme bestätigt.
Dieses Holzfällerkommando und die Tragtierausbildung war in einem größeren ehemaligen Gasthof mit Nebengebäuden in der im Gebiet des eingerichtet. Nach der Aussage eines Zeitzeugen soll dieser Stützpunkt mit den dort befindlichen Stallungen für Pferde und Tragtiere bereits im Frühjahr 1943 eingerichtet worden sein. Dieses Kommando stand unter Führung eines Unterscharführers Becker. Die Anzahl der Russen soll 20 oder etwas mehr betragen haben.9 Für diese Annahme spricht auch eine Verfügung aus dem Jahr 1941, nach der die Sowjetrussen nur in geschlossenen Kommandos von 20 Mann an Außenlager zur Verfügung gestellt werden durften.10
Man sprach damals vom „russischen Untermenschen“, Nora Watteck traf einmal auf eine Gruppe (wahrscheinlich) Russen und erlebte sie jedoch als intelligent und sehr hilfsbereit.11
Schüler und Jugendliche, die in die Schule besuchten, sahen öfters, wie russische Holzfäller von ihrer Arbeit, bewacht von SS-Männern, zu ihren Quartieren marschierten. Die ausgemergelten Russen hatten eine Art Overall an und offenbar wenig oder nichts darunter. An den Füßen hatten sie oft statt Schuhen lediglich Stofffetzen. Zwischen dem Overall und den Fußfetzen schaute die blanke Haut hervor, und das im Winter bei 3 − 4 m Schneehöhe. Einmal mussten zwei – damals Jugendliche – mit ansehen, wie drei SS-Wächter einen der Russen niedertraten und mit ihren Stiefeln solange gegen dessen Kopf und Körper traten, bis dieser mit aufgerissenem Bauch und voller Blut da lag und nur mehr zuckte.12 Es war vielleicht dieser Russe, der nach anderen Aussagen dann hinter einem Pferd nach geschleppt und beim Wirt abgelegt wurde. Er verstarb dort an den Misshandlungen.13 Dadurch entstand natürlich Erklärungsbedarf in der Schule. Der Lehrer sagte, dass die „russischen Untermenschen“ getötet werden dürfen.14
Woher die Waffen-SS die Sowjetrussen hatten, ist nicht überliefert. Höchstwahrscheinlich aber aus dem STALAG 317/ XVIII c in (), da auch die in Salzburg arbeitenden Russen von dort geholt wurden.15 Die Russen sollen in Achtergruppen hauptsächlich im und am gearbeitet haben. Die Bäume wurden mit Äxten gefällt und mit Hilfe von Ketten zur Sammelstelle gezogen. Die „Konversation“ der Bewacher mit den Arbeitern bestand aus Schlägen mit Ästen und Fußtritten, was öfters beobachtet wurde. Die Schmerzensschreie der Russen wurden vom bis nach gehört. Dies war so häufig, dass der damalige NS-Bürgermeister bei der SS in der scharf intervenierte. Danach wurde es ruhiger.16 Dieser Bürgermeister hatte es dann bei der „Entnazifizierung“ auf Grund dieser Aktion leichter.17
Wie das folgende Beispiel zeigt, war die Verpflegung zumeist katastrophal. Als Russen während des Marsches zur Unterkunft in einmal kurz unbeobachtet waren und eine Frau vor ihrem Haus Erdäpfel schälte, schnappte sich ein Russe zwei Hand voll Erdäpfelschalen. Einen Teil davon gab er an Mitgefangene. Gierig vor Hunger und blitzschnell verschlangen sie diese „Köstlichkeit".18 Ein anderer Zeitzeugenbericht (Bauer aus ): „Nach der Arbeit kam der Kommandant manchmal ‚auf ein Schnapserl’ zu uns. Währenddessen konnten wir den ausgehungerten Gefangenen einen Laib Brot geben“.19 Dies war allerdings für die Bevölkerung verboten! Es wird von den Zeitzeugen zumeist von ausgemergelten hungernden Russen gesprochen. Die in der stationierten Soldaten der Waffen-SS feierten jedoch an manchen Abenden mit Frauen und luxuriösen Speisen.20 Die Russen-Arbeitskommandos wurden bei Bedarf „ausgetauscht“. Ob allerdings alle „auszutauschenden“ noch lebten, ist nicht bekannt. Nachdem die Waffen-SS vor dem Kriegsende aus der verschwand, kamen öfters Freigelassene zu den Bauern am , um Lebensmittel und Schnaps zu erbitten.21
Ob die folgenden Beobachtungen mit den Russen in Zusammenhang standen, ist nicht sicher. Eine Zeitzeugin sah damals einmal einen Lkw mit offenbar leidenden Gefangenen in Hallein. Ein anderes Mal berichtete ein Bekannter dieser Zeugin, dass er ebenfalls einen derartigen Transport gesehen hätte, aber auch, dass dessen menschliche Ladung dann im erschossen wurde. Genaueres wagte er jedoch nicht zu sagen.22
Nach Kriegsende blieben manche Sowjets, Serben, Polen und andere, sofern sie eine amtliche Genehmigung erhielten, noch einige Zeit bei Bauern als Landarbeiter.23
Wenn man Berichte über das Russenlager von und andere Russenlager liest, passen die hiesigen Aussagen nahtlos dazu und man kann sich trotz allgemein spärlicher Berichte einiges vorstellen.
Auch im Falle der verstorbenen Russen wurden Spuren verwischt. Im Totenverzeichnis des „Russenfriedhofs“ (2. Weltkrieg) ist die erste Seite mit verstorbenen Jugoslawen und anderen vorhanden. Am Ende der Seite wird auf eine zweite verwiesen. Diese und eventuell weitere – auf denen die Russen eingetragen sein sollten − fehlen jedoch.24
Vielfach wird heute die Waffen-SS verurteilt. Zum Teil sicher nicht zu Unrecht, aber entscheidend war die Persönlichkeit des jeweiligen SS-Soldaten. Im Allgemeinen wurden sie nicht z. B. zu Erschießungskommandos (s. Kapitel 5) gezwungen. Ebenso nicht zu anderen grausamen Handlungen. Allerdings wurden diese sehr oft von den Vorgesetzten geduldet. Besonders schlimm war es natürlich, wenn die Kommandanten selbst „Hand anlegten“.
Quellen zu Kapitel 524 Anmerkungen
- Otto Reinhard: Wehrmacht, Gestapo und sowjetische Kriegsgefangene im deutschen Reichsgebiet 1941 – 1942. München, 1998.
- Klee Ernst, Dreßen Willi: Gott mit uns, Frankfurt/M., 1989.
- Spoerer Mark: Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz, Stuttgart, 2001, und Grafe Alfred: Vom Patriotismus zum Rassenwahn, Frankfurt, 2002.
- Spoerer Mark: Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz, und Görres-Gesellschaft: Staatslexikon Band.2, Freiburg im Breisgau, 1986.
- Vgl. Spoerer Mark: Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz.
- Stadler Robert, Mooslechner Michael: St. Johann Pongau 1938 – 1945.
- Wehrmachtsaustellung: Wolfram Wette in „ZEIT-Punkte“.
- Spoerer Mark: Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz.
- Aussage H.F. und Watteck Nora: Alltag ohne Wiederkehr, Salzburg, 1991.
- Stadler Robert, Moosleitner Michael: St. Johann Pongau 1938 – 1945.
- Watteck Nora: Alltag ohne Wiederkehr, Salzburg, 1991.
- Aussage Z.R.
- Aussage B.E. und Z. R.
- Aussage Z.R
- Vgl. Sensenig Eugene: „Ein vielfach unentbehrliches Betriebsmittel“ – Kriegsgefangene und die Halleiner Salinenarbeiter im Krieg, in: Salzburger Beiträge zur Volkskunde, Band 10, Bergbau. Seite 211 ff. und Stadler N., Moosleitner M.: St. Johann Pg. 1938 – 1945.
- Aussage Z.R. u. (W.S.).
- Aussage (W.S.).
- Aussage Z.R.
- Aussage H.R.
- Aussage H.F.
- Aussage H.F.
- Aussage P.A.
- Aussage H.F.
- Mitteilung des Österreichischen Schwarzen Kreuzes.
Kriegsgericht / Standgericht
Aus verschiedenen Aussagen von Zeitzeugen geht hervor, dass, wahrscheinlich auf Betreiben der Waffen-SS, in Hallein am neben dem Bezirksgericht ein Kriegsgericht eingerichtet war. Derartige Ersatztruppengerichte (nach Müllner) gab es offenbar häufig1. Allerdings waren am schon vorher Kriegsgefangene inhaftiert. Wann dies erfolgte, ist nicht bekannt. Die ersten getöteten Strafgefangenen gab es nachweislich Ende 1944.2 Es wurden öfters im Bereich um die Halleiner Kirche, vom Gericht kommend, von SS-Soldaten abgeführte gefesselte Männer gesehen, die offenbar zur Hinrichtung in den Bannwald nächst der Dürrnbergstraße oder in den gebracht wurden.3 Die Hingerichteten wurden zum Teil erst nach dem Krieg in den Halleiner Friedhof überstellt. Der ehemalige Kreisleiter Kurz und andere Belastete sollen im zum Graben eingeteilt worden sein. Der Nachweis dieser Exhumierungen ist (noch) nicht gelungen, da die entsprechenden Seiten aus dem Halleiner Sterbebuch herausgerissen und entfernt wurden. Es gab am Halleiner Friedhof jedoch ein Massengrab.4
Einmal wurde ein Lkw mit Gefangenen, aus der (Zufahrt zum Kriegsgericht) kommend, beobachtet. Die Männer machten einen verzweifelten oder/und kranken Eindruck.5 Schriftliche Hinweise auf Exekutionen finden sich dann am 22.2.1945. An diesem Tag oder am 23.2.1945 wurden neun Soldaten von der Waffen-SS erschossen. Von der Nationalität her waren es zwei Deutsche, drei Österreicher, zwei Holländer, ein Schweizer und ein Mann mit unbekannter Nationalität, jedoch deutschsprachigem Namen. Hier dürfte es sich bereits um eine Aktion des Standgerichtes gehandelt haben, zumal auch das Sterbebild (Abb. 15) darauf hindeutet.6 Am 29.3.45 wurde der junge Schweizer W.F. wegen wiederholter Fahnenflucht vor angetretener Truppe erschossen. Der Schweizer hatte sich wahrscheinlich aus Abenteuerlust, als einer der Letzten, 1944 zur Waffen-SS gemeldet.7 Die Begeisterung dürfte ihm sehr rasch vergangen sein. In der Folge gab es bis zum 22.4.45 noch sechs Personen, die auf der Flucht erschossen wurden, zwei wurden als Deserteure erhängt. Zwischen 11.1.45 und 22.4.45 starben zwölf Strafgefangene ohne weitere Angabe einer Todesursache ... Ferner finden sich auch 40 im Lazarett verstorbene, davon allein vom 15.4. bis zum 18.4.45, acht Personen. Ohne die im Lazarett Verstorbenen kann man annehmen, dass im genannten Zeitraum zumindest 31 Personen unmittelbar durch die Waffen-SS zu Tode kamen.8 Anzumerken ist noch, dass bei den Angaben über die Nationalität keine eindeutig russischen Namen zu finden sind.
N. N.
Obergefreiter in einem Transportkommando am Balkan, welcher am 23. Februar 1945 im 45. Lebensjahr für Österreichs Freiheit sein Leben lassen musste. Er wurde von der SS-Polizei meuchlings ermordet und menschenunwürdig in Hallein begraben.
Die Anweisungen Himmlers vom 6.3.1945 und Hitlers vom 9.3.1945 ermöglichten so genannte „fliegende Standgerichte“ und Sonderstandgerichte in jedem/r Streifenkommando, Sammelstelle für Versprengte und Frontleitstelle. Es gab nur zwei Entscheidungen: Freispruch oder Todesstrafe.9 Diese Anweisungen nützte wie bereits erwähnt auch die Halleiner Waffen-SS, nicht nur an der , in Hallein und Umgebung, sondern wahrscheinlich auch im südlichen Flachgau und im angrenzenden Bayern. Einziger Nachweis scheint nur das Halleiner Sterbebuch zu sein, in dem wie bereits gesagt auch Seiten entfernt wurden. Tote sprechen bekanntlich nicht.
Ab 18.4.1945 − so berichtet die SZ − setzte Gauleiter Scheel Standgerichte ein.10 Es ist durchaus möglich, dass die Waffen-SS in dieser Hinsicht schon früher tätig war, da sie eigene Befehlsstrukturen hatte. Werner Hahn, der erste Waffen-SS-Kommandant in Hallein, bezeichnete nach Kriegsende seinen Nachfolger Leo Schulz als rücksichtslos bis zur Brutalität.11 Er und wahrscheinlich andere Offiziere der Halleiner Truppe müssten damals beim Standgericht die „Richter“ gewesen sein. Dazu auch Aussagen über den Schweizer Hauptsturmführer Sch. H.: Er war langjähriger Alkoholiker und in der Schweiz aus dem Bundesdienst entlassen worden. Wegen militärischer Vorstrafen flüchtete er aus der Schweiz. Nach dem Krieg folgte in der Schweiz eine Verurteilung wegen versuchter Verräterei militärischer Geheimnisse. Dieser als militärisch unfähig beschriebene Mann war Kompanieführer und damit Ausbildner der jungen Burschen in Hallein.12
In den letzten Tagen vor Kriegsende herrschte zumindest bei vielen SS-Standgerichten reine Willkür. Fanatische Waffen-SS-Männer erschossen gegen Kriegsende auch Soldaten, die regulär von der Wehrmacht entlassen worden waren, Zivilisten und freigestellte Zwangsarbeiter.13 Jedenfalls wurde im Bereich der mit Hundestreifen Jagd nicht nur auf Kriminelle, flüchtende Ausländer und Deserteure gemacht. Der ehemalige Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, der trotz Entlassungsscheines der Wehrmacht gefangen wurde, jedoch flüchten konnte, sprach von 120 bis 150 Erschossenen.14 Berichtet wird auch von einem besonders tragischen Fall: Ein Trupp jugendlicher Volkssturmmänner, die schon entlassen und am Heimweg waren, sollen abgefangen und hingerichtet worden sein. Es war durchaus nicht allgemein üblich, Jugendliche sogleich zu erschießen. Ferner spricht ein Zeitzeuge von Fahrzeugen, auf denen Tote, notdürftig zugedeckt mit Reisig, vom Gelände an der zur Halleiner gebracht wurden.15
In wurde kurz vor Kriegsende ein Volkssturmmann von einer Gruppe der Waffen-SS verhaftet und wie sie sagten zum Kriegsgericht nach Hallein gebracht. Der Kommandant des Volkssturmes fuhr hin und konnte den Mann wieder frei bekommen – lautet eine Aussage.16 Ob ein ziviler Richter oder ein SS-Militär dem Gericht vorstand, ist nicht bekannt.
Ergänzend noch Aussagen von den Interviews, die Brian Taussig in den Jahren 1988/89 in und Umgebung sammelte:
17
- … sah 3 tote SS-Soldaten, die an Bäumen hingen mit Tafeln um den Hals
- … (Anm.: 1944).
- … überzeugt, dass Hinrichtungen von desertierten oder flüchtenden Soldaten durchgeführt wurden. Einige wurden erschossen und einige erhängt.
- … dass 7–8 Exekutionen an jeweils einigen Tagen durchgeführt wurden. Er glaubt, dass mehr als 100 Personen im erschossen wurden.
- … mein Gott, die schreien heute wieder. Ich werde das nie vergessen – ein Bursch schrie nach seiner Mutter „hilf mir“ und dann der Schuss.
Möglicherweise hat es sich dabei um die weiter oben genannten Jugendlichen gehandelt.
Vom 22.4.1945 bis Kriegsende wurden im Kriegsopferverzeichnis keine Eintragungen mehr vorgenommen.18 Es deutet einiges darauf hin, dass das Morden zu diesem Zeitpunkt erst richtig losging.
Am Friedhof von Hallein befinden sich in Einzelgräbern und einem Gemeinschaftsgrab ca. 330 Kriegsopfer beider Weltkriege. Da es in Gebieten, in denen nicht gekämpft wurde, wie es in Hallein und Umgebung war, kaum Kriegsopfer gab, schätze ich die von der Waffen-SS Exekutierten auf mindestens 150 bis 200 Personen. Natürlich könnte bei Kriegsende noch eine Anzahl Personen anderwärtig, an unbekannten Stellen vergraben worden sein.
Von den Gerichtsverfahren, die nach dem Krieg in München stattfanden, konnte ich drei finden, die Bezug auf Hallein nehmen. Sie wurden aber aus Mangel an Beweisen oder eindeutiger Identifikation eingestellt.19 Ob überhaupt Verbrechen, die die Halleiner Waffen-SS in Hallein und Umgebung sowie eventuell im südöstlichen Bayern beging, geahndet wurden, konnte ich nicht ermitteln. Dem steht auch der Datenschutz im Wege.
Quellen zu Kapitel 619 Anmerkungen
- Wüllner Fritz: Die NS-Militärjustiz und das Elend der Geschichtsschreibung, Baden-Baden, 1997.
- Mitteilung des Österreichischen Schwarzes Kreuzes an Hand der Totenlisten von Kriegsopfern.
- Aussage Z.R.
- Mitteilung d. Friedhofsverwaltung Hallein.
- Aussage Z.R., P.A.
- Mitteilung des Ö.Schw.Kreuzes und der Friedhofsverw. H.
- Oertler Vincenz: Sollte ich aus Russland nicht zurückkehren ...
- Mitteilung des Ö.Schw.Kreuzes und der Friedhofsverw. H.
- Seidler Franz W.: Militärgerichtsbarkeit der Deutschen Wehrmacht 1939 – 1945.
- Salzburger Zeitung von 18.4.1945.
- Staatsarchiv München: Akten der Sta.
- Oertler Vincenz: Sollte ich aus Russland nicht zurückkehren ..., BA Bern, Militärstrafakte.
- Brückner Joachim: Kriegsende in Bayern 1945. Freiburg/ Brsg., 1987, und Wüllner Fritz: Die NS-Militärjustiz und das Elend der Geschichtsschreibung.
- Sarcletti Mario Prof.: Projekt Schüler forschen Geschichte (Aussage des ehem. Salzb. Landeshauptmanns Wilfried Haslauer).Tonband – nicht auffindbar. S. auch Hanisch Ernst: Gau der guten Nerven. Salzburg, 1997.
- Wintersteller Wolfgang: KZ Dachau – Außenlager Hallein, Broschüre (vorläufiger Bericht), Hallein, 2003.
- Ingrid Theuermann: Projekt der Hauptschule Adnet, (Beiträge zur Dorfchronik v. Franz Zoglmaier).
- Brian Taussig: „Kuchl 1938 – 1945, Nazi-Terror in Kuchl“.
- Mitteilung d. Friedhofsverw. H.
- Archiv KZ Dachau und Sta München: Diverse Ermittlungsverfahren.
Kriegsende
Kurz vor Kriegsende, als die Halleiner Waffen-SS zum abrückte, versuchten sie bereits vorbereitete Brücken in Hallein und Umgebung zu sprengen. Die Sprengung der Halleiner Salzachbrücken konnten aber fünf beherzte Männer durch Entwaffnung der SS-Wachen verhindern.1 Nicht verhindert werden konnte die Sprengung der Brücken über die Königsseeache und der .2
Am wahrscheinlich 4. Mai 1945 (nach anderen Angaben am 5.5.45), um ca. 08.30 Uhr kamen überraschend Teile der 2. französischen Panzerdivision des Generals (posthum Marschall) Leclerc, unter dem Befehl des Oberstleutnants Delpierre, vom Dürrnberg-Zill herab und besetzten Hallein. Sie waren in der Nacht in Niederalm einmarschiert. Jedoch waren die Brücken über die Königsseeache bereits gesprengt worden3. Die Soldaten dieser Truppe kamen großteils aus Marokko und dem Tschad. Laut Gendarmeriebericht sollen sie in Hallein und Umgebung Gräueltaten verübt haben.4 In Hallein hat es zumindest größere Plünderungen gegeben. Dies wird durch Berichte aus bayrischen Orten untermauert, wo von Plünderungen, Vergewaltigungen und vereinzelt Mord berichtet wird. Zwei Tage sollen sie in der Stadt in Gasthäusern und privaten Wohnungen einquartiert gewesen sein. Ihre Panzerfahrzeuge standen in der Stadt herum.5 Die Franzosen versuchten Briefmarkenprovisorien durch Überdruck der Hitlermarken mit „Austria 5.5.1945“ herzustellen, was ihnen aber nicht gelang.6
Wenige Tage später (es gibt unterschiedliche Angaben) wurden sie von amerikanischen Besatzungstruppen abgelöst. Im Gendarmeriebericht wird am 4.5. auch von einem Durchmarsch amerikanischer Truppen berichtet.7
Es könnte sich um eine Erkundungstruppe auf der Suche nach der deutschen Waffenstillstandsdelegation des Generals Kesselring gehandelt haben.8
Die französische Division hatte sich am „Wettlauf“ mit zwei amerikanischen Divisionen zum beteiligt. Hitlers Berghof haben Soldaten des 1. Batl. der 3. US-Infanteriedivision am 4.5.1945 am späteren Nachmittag als Erste erreicht, Hitlers „Adlerhorst“, wie Franzosen und Amerikaner das Kehlsteinhaus nannten, von Teilen der 2. französischen Panzerdivision.
Die Franzosen blieben noch einige Tage in der Umgebung Halleins und rückten dann in ihr Bereitstellungslager in Klosterlechfeld (ca. 25 km südlich von Augsburg) ab.9
Am hatte inzwischen Major Herbert Hodurek, der am 20.4.45 von General Glasl vom XVIII. Armeekorps dazu beauftragt worden war, begonnen, die Verteidigung des , vom Gasthaus Stegenwald aus, zu organisieren. Der Pass war an sich gut zu verteidigen, infolge der Lufthoheit der Alliierten war dies jedoch völlig aussichtslos und hätte viele Opfer gefordert. Major Hodurek besetzte den Pass mit Territorialtruppen aus Salzburg. Auch Volkssturmeinheiten wurden ihm zur Verfügung gestellt. Er schickte diese zumeist jungen Burschen jedoch nach Hause, da er sie lediglich als Kanonenfutter sah. Es scheint ziemlich sicher, dass es diese Burschen waren, die dann an der und in Hallein der Waffen-SS in die Hände fielen.*
Am 3. oder 4. Mai tauchten jedoch die Reste der Halleiner Waffen-SS auf und nahmen auf Anweisung des Generalleutnants von Bork, der die Stadt Salzburg verteidigen hatte wollen, die Sperrung des und die Bildung einer Auffangstellung selbst in die Hand. Major Hodurek zog seine Truppen als Reserve zurück und entließ sie in der Nacht vom 7.5.1945.10 Die SS-Truppen aus Hallein sprengten am 7.5.1945, obwohl General Kesselring am 6.5.45 kapituliert hatte und in Hallein bereits seit zwei Tagen der Krieg zu Ende war, die bis auf die Torrener Brücke, die nur angesprengt wurde. Als am 8.5.45 um 08.00 Uhr die gesamtdeutsche Kapitulation bekannt wurde und die Amerikaner anrückten, war auch die Waffen-SS verschwunden.11
Erwähnt sei noch, dass ein Zeitzeuge aussagte, noch nach der Kapitulation, bis etwa 10.–15. Mai 1945 hätten marodierende Truppen der Waffen-SS Jagd auf heimkehrende Soldaten gemacht.12
Der ehemalige Kommandant der Halleiner Waffen-SS, Werner Hahn, hatte sich bei Kriegsende von Kärnten nach abgesetzt. Er wurde dort von den Amerikanern als Führer einer Bergstreife gegen „ausländische Plünderer“ eingesetzt. Ob man hier nicht den „Bock zum Gärtner“ gemacht hatte, zumal sich während der ersten Nachkriegstage und -wochen nicht wenige SSler in den Berghütten versteckt hielten. Nach einigen Wochen wurde er in Hallein verhaftet.13
* Vgl. Kapitel 6, Kriegsgericht / Standgericht.
Quellen zu Kapitel 713 Anmerkungen
- Schwamberger Georg: Halleiner Geschichtsblätter Bd. 5, und HHStA − unveröffentl. Manuskripte für das Rot-Weiß-Rot-Buch, (DÖW).
- Gemeinde Kuchl: 600 Jahre Marktgemeinde Kuchl, 1980
- Aussage K.J., Postamt Hallein: Revisionsbuch und Martel Andre: Leclerc, le soldat e le politique, Paris, 1998.
- DÖW: Chronik des Gendarmeriekommandos Hallein.
- Aussage M.M.
- Postamt Hallein: Revisionsbuch.
- DÖW: Chronik des Gendarmeriekommandos Hallein.
- Vgl. Marx Erich: Befreit und besetzt: Stadt Salzburg 1945 – 1955, Salzburg, 1996.
- Zusammengestellt aus: Rauchensteiner Manfried: Der Krieg in Österreich 1945. Brückner Joachim: Kriegsende in Bayern. Turner John Frayn, Jackson Rol: Destination Berchtesgaden, New York, 1975. Martel Andre: Leclerc, le soldat e le politique, Paris, 1998.
- Hodurek Herbert, Huber Bernd: Ein kleines Edelweiß, Salzburg, 1997.
- Hoffmann Robert, Urbanek Erich: Golling. Vgl. auch Schreiber Franz: Kampf unter dem Nordlicht.
- Aussage H.F.
- Staatsarchiv München: Akte der Sta.
Nach dem Krieg: Wieder die Waffen-SS
Am 20.2.1946 wurden ca. 1000 Mann internierte Waffen-SS vom Lager (Camp Marcus W. Orr) an der Alpenstraße in Salzburg ins Lager Hallein verlegt.1 Ob vorher schon eine Belegung erfolgte, ist nicht bekannt. Jedenfalls stand das Lager 1945 unter amerikanischem Kommando. Kommandant des Lagers war Ende 1945 ein Capt. Duffe.2 In den nächsten Monaten wurden laufend ehemalige Angehörige der Waffen-SS besonders aus den Lagern Wegscheid und Haid bei Linz nach Hallein überstellt, dort ausgiebig mit DDT entlaust und interniert.3 Zudem erfolgte eine Überstellung von Deutschen und Österreichern, die der Waffen-SS angehört hatten, in ihre jeweiligen Heimatländer.4
Das Lager war in einem relativ guten Zustand. In sanitärer Hinsicht gab es nur kleinere Probleme, die Strom- und Wasserversorgung war auf Grund allgemeiner Schwierigkeiten natürlich nicht immer gegeben. Die Grundverpflegung vieler Internierungslager war allerdings zeitweise sehr schlecht (600−750 Kalorien). In der ersten Zeit gab es nur Erbsensuppe aus Kriegsbeständen in Wien.5 Ehemalige Insassen bezeichneten die meisten dieser Internierungslager als Hungerlager. Kein Wunder − auch die Bevölkerung hungerte und die Amerikaner, die ja die Konzentrationslager gesehen hatten, strengten sich nicht sehr an.6 Die Anzahl der im Halleiner Lager Internierten (zumeist Angehörige der Waffen-SS) stieg bis Dezember 1946 auf ca. 4000 Mann an.7
Da die niederen Dienstränge der Waffen-SS in diesem Lager nicht interniert waren, gab es viele Akademiker und andere gebildete Leute. Die Palette der Halleiner Lagerinsassen reichte von einem Pfarrer, der wie viele andere Volksdeutsche auf Grund eines Staatsvertrages von den nationalen Truppen ungewollt zur Waffen-SS überstellt wurde,8 bis zu dem später in Italien als Kriegsverbrecher verurteilten Sturmbannführer (Major) Walter Reder und ehemaligen KZ-Wächtern. Reder war von Februar 1946 bis Anfang Jänner 1947 im Halleiner Lager.9 Beim Lesen von Büchern und Berichten über das Lager hat man allerdings den Eindruck, es wären nur Unschuldige in den Internierungslagern gewesen ...
Lagerleiter war (im September 1946) ein Österreicher namens Reiter.10 die Oberaufsicht blieb jedoch bei den Amerikanern, die zusammen mit Österreichern die Wachen stellten. Die Aufsicht war zwar nicht allzu streng, bei Ausbruchsversuchen gab es jedoch kein Pardon. Drei Lagerinsassen wurden bei einem Fluchtversuch erschossen. Interner Häftlingscapo soll Baron L. gewesen sein.11
Ein Kontakt mit Personen außerhalb des Lagers war nicht gestattet. Manche konnten ihre Frauen oder Verwandten sehen, wenn sie im Zug vorbeifuhren. Man gelangte lediglich für Außenarbeiten (berichtet wird von Straßenarbeiten) aus dem Lager. Post und Päckchen waren zugelassen, womit sich mancher die Verpflegung etwas aufbessern konnte.12 Ein Großteil der Gefangenen entwickelte sehr viel Eigeninitiative. Das Lager wurde hergerichtet, eine Bäckerei, ein Sportplatz, Gemüsebeete und Grünanlagen angelegt. Die Gefangenen stießen zudem immer mehr auf das Wohlwollen der Amerikaner, aber auch eines Teils der Bevölkerung, wodurch sich weitere Nahrungsmittelquellen ergaben.13 Besonders aktiv war man in kultureller Hinsicht.14 Die Amerikaner förderten dies sehr. Sie halfen z. B. bei der Beschaffung von Musikinstrumenten und Theaterrequisiten, die sie aus dem Fundus des Landestheaters holten.15 Es gab qualitativ hochwertige Konzerte, Theater, Ausstellungen von Kunsthandwerk, Vorträge usw. sowie eine Lagerschule. Bereits im August 1946 waren es über 100 Aufführungen der Lagerbühne.16 Es waren ja zahlreiche Künstler, Komponisten (z. B. der Komponist des Wienerliedes „Heut` kommen die Engerl nach Wien“), Musiker (davon zwei Militärkapellmeister), Professoren, Wissenschaftler und Ärzte in diesem Lager.17 Die Mitgliedschaft bei der SS war ja seinerzeit sehr förderlich für die Karriere gewesen. Die medizinische Versorgung war besonders im Hinblick auf Operationen weit besser als außerhalb des Lagers.18 Die religiöse Betreuung besorgten soweit bekannt für die Katholiken Pfarrer Loncaric, für die Protestanten die Pfarrer Pätzold und Lebouton. Es gab aber auch griechisch-katholische und russisch-orthodoxe Gottesdienste, was darauf hindeutet, dass auch Ausländer im Lager waren.19 Dies bestätigen auch Angaben im Internet.
Der Zweck der Internierungslager war, Kriegsverbrecher bis zu den gerichtlichen Untersuchungen festzusetzen und weniger Belastete zu „entnazifizieren“ (umzuerziehen). Die Einweisungen und Verhaftungen erfolgten auf Grund ihrer Position, ihres Ranges oder ihrer Kenntnisse während des NS-Regimes. Dazu wurde vom CIC eine „Automatic Arrest List“ mit drei Kategorien aufgestellt. In Kategorie 2 waren u. a. die Angehörigen der Waffen-SS vom Unterscharführer aufwärts.20 Die politische Umerziehung beschränkte sich allerdings auf einen einzigen KZ-Film während der zumeist 2-jährigen Internierung. Kein Wunder, dass alsbald belastete Nationalsozialisten das Sagen hatten.21 Die Amerikaner störte dies offenbar nicht. Die ca. 4000 Insassen des Halleiner Lagers wurden dann vom 2.1. bis 9.1.1947 in das Lager überstellt.22 Da nun das Lager leer war, hoffte die Halleiner Gemeinde, es für die zahlreichen Flüchtlinge verwenden zu können. Aber die Amerikaner hatten anderes vor: Es folgte die Verwendung als Zwischenlager für jüdische DP’s.23
Quellen zu Kapitel 823 Anmerkungen
- Wohlfahrtsvereinigung der Glasenbacher: In deinem Lager ist Österreich, Tagebuch.
- Schwamberger Georg: Halleiner Geschichtsblätter, Bd.5.
- Aussage L.E.
- Wohlfahrtsv. d. Gl.: In deinem Lager ist Österreich.
- Aussage L.E.
- Bauer Ingrid: Welcome Ami go home. (Beitrag: Schneeberger Franziska)
- Halleiner Woche (Lagerzeitung) 1946, Folge 3 und Wohlfahrtsv. d. Gl.: In deinem Lager ist Österreich.
- Aussage L.E. Vgl. auch Stein, George H.: Geschichte der Waffen-SS, Düsseldorf, 1967.
- Drechsler Robert H.: In memoriam Walter Reder, Wien, 1991
- Halleiner Woche, Folge 1.
- Aussage L.E.
- Ebd. und Bauer Ingrid: Welcome Ami go home (Beitrag: Schneeberger Franziska).
- Ebd. und Halleiner Woche, Hefte 1 bis 3.
- Vgl.: Zeitgeschichte, Heft 1/2, 1995 (Beitrag Wilhelm Svoboda: ... vorbehaltlos meine Pflicht erfüllt).
- Aussage L.E.
- Halleiner Woche, Folgen 1 bis 3.
- Aussage L.E.
- Ebd. u. M.R. Vgl. Zeitgeschichte Heft 1/2, 1995, Svoboda.
- Halleiner Woche, Folge 1.
- Portisch Hugo, Riff Sepp: Der lange Weg zur Freiheit, Wien, 1986.
- Wohlfahrtsv. d. Gl.: In deinem Lager ist Österreich. Vgl. Zeitgeschichte Heft 1/2, 1995, Svoboda.
- Wohlfahrtsv. d. Gl.: In deinem Lager ist Österreich.
- Schwamberger Georg: Halleiner Geschichtsblätter, Bd. 5.
Abbildungen
- Abb. 1Verordnung betr. der Änderung der Bezeichnung der Ersatztruppenteile der Waffen-SSBA-MA Freiburg/Breisgau
- Abb. 2Das Lager ca. 1951Verlag Wimmer (aus Stadtplan Hallein)
- –Truppenzeichen (Hagalrune), in der Webfassung nicht abgebildetohne Nachweis
- –Gebirgsjägerzeichenohne Nachweis
- Abb. 3Ein Knüppelsteig wird im Sumpf Kareliens angelegtSteurich Alfred: Gebirgsjäger im Bild, 6. SS-Gebirgsdivision „Nord“, Osnabrück 1976
- Abb. 4Abtransport eines Verwundeten im WinterEbd.
- Abb. 5Mohammedanische SS-Soldaten (Foto nicht aus Hallein)GIS online – Land Salzburg (lt. Buch; Zuordnung im Buch vermutlich vertauscht mit Abb. 6)
- Abb. 6Ungefährer Bereich des ehemaligen Übungsplatzes im TauglwaldSteurich Alfred: Gebirgsjäger im Bild (lt. Buch; vermutlich vertauscht mit Abb. 5)
- Abb. 7SS-Feldpostbrief eines Angehörigen des Halleiner BataillonsUnbekannt, Besitzer: N. N.
- Abb. 8Brief eines Bataillonsangehörigen von einem FB-Lehrgang in WerfenUnbekannt, Besitzer: H. Spreicer
- Abb. 9Sepp PlieseisPlieseis S. – Hrsg. J. Morder: Partisan der Berge, Berlin 1987
- Abb. 10Kleidungsoberteil der KZ-HäftlingeKZ Dachau, Archiv
- Abb. 11Agnes Primocic, ca. 1984Berger Karin (Hrsg.): Der Himmel ist blau, kann sein, Wien 1985
- Abb. 12Grabstein der Amalia Ziegleder am Halleiner FriedhofH. Spreicer
- Abb. 13Sowjetische Kriegsgefangene im STALAG Markt PongauKarl-Steinocher-Fonds Salzburg
- Abb. 14Serben in KrisplE. Breinlinger, Krispl
- Abb. 15Ein Opfer der Halleiner Waffen-SS (Sterbebild)Kopie der Fam. J., derzeitiger Besitzer des Originals unbekannt
- Abb. 16Soldatenfriedhof bei Kiestinki in FinnlandSteurich Alfred: Gebirgsjäger im Bild
- Abb. 17Kopf der Lagerzeitung aus HalleinBesitzer: Fam. Lebouton
- Abb. 18Zwischenlager für jüdische DPsU.S. Holocaust Memorial Museum
- Abb. 19Zwischenlager für jüdische DPsEbd.
Erläuterungen
Erklärung zu den Aussagen
„Aussage N.N.“ sind Angaben von Zeitzeugen, zum Teil auf Tonband. „Aussage (N.N.)“ sind Angaben von anderen Personen, die keine oder nur zum Teil Zeitzeugen waren.
Anmerkungen
Unter dem Begriff „Reichsdeutsche“ sind alle während des 2. Weltkrieges zum Deutschen Reich gehörenden Länder, Volksgruppen und Militärs, somit u. a. auch Österreicher, gemeint.
Die Divisionsnamen und Namen anderer Truppenteile wurden öfters geändert, so dass sie auch unter anderen Namen bekannt sein können.
Dienstränge der Waffen-SS
| Kürzel | Dienstgrad | Vergleichbar beim Heer |
|---|---|---|
| Staf | Standartenführer | Oberst |
| Ostubaf | Obersturmbannführer | Oberstleutnant |
| Stubaf | Sturmbannführer | Major |
| Hstuf | Hauptsturmführer | Hauptmann |
| Ostuf | Obersturmführer | Oberleutnant |
| Ustuf | Untersturmführer | Leutnant |
| Hascha | Hauptscharführer | Oberfeldwebel |
| Oscha | Oberscharführer | Feldwebel |
| Rttf | Rottenführer | Obergefreiter |
Auswahl nach Franz Schreiber.
Abkürzungen
- Archiv KZ Dachau
- Konzentrationslager-Gedenkstätte Dachau, Archiv
- BA
- Bundesarchiv
- BA-MA
- Deutsches Bundesarchiv-Militärarchiv, Freiburg im Breisgau
- Btl.
- Bataillon
- CIC
- Counter Intelligence Corps (Spionageeinheit des US-Militärs)
- DÖW
- Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, Wien
- DP
- Displaced Persons
- Gestapo
- Geheime Staatspolizei
- HGS
- Hochgebirgsschule
- HHStA
- Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien
- ITS
- International Tracing Service (Internationaler Suchdienst des Roten Kreuzes)
- KTB/OKW
- Kriegstagebuch des Oberkommandos West
- NS
- Nationalsozialistisch
- OK
- Oberkommando
- SLA
- Salzburger Landesarchiv
- SS-FHA
- Schutzstaffel-Führungshauptamt
Zur Webfassung
Der Text folgt dem Buch vollständig. Silbentrennungen wurden aufgelöst und zwei offensichtliche Druckfehler berichtigt („−45 °C“ statt „-450 C“, „Streifenkommando“ statt „Steifenkommando“).
In den Abbildungen sind NS-Symbole (SS-Runen, Totenkopf, Hoheitsadler mit Hakenkreuz, Kragenspiegel) unkenntlich gemacht; das Truppenzeichen der Division wird nicht abgebildet. Der Name auf dem Sterbebild (Abb. 15) ist wie im Buch abgedeckt.
Karte, Chronik, Ortsverweise und die Zuordnung der Absätze zu Zeit und Ort sind redaktionelle Ergänzungen auf Grundlage der Angaben im Buch.